Gerhard Johannes Dreßen

Deutscher Krimiautor Gerhard Johannes Dreßen

Deutscher Krimiautor Gerhard Johannes Dreßen

Steckbrief

Name:
Gerhard Johannes Dreßen

 

Geboren:
8. April 1958 (an der holländischen Grenze)

 

Studium:
Germanistik und kath. Theologie an der RWTH Aachen

 

Berufliches (chronologisch):

• Redakteur bei der Rheinischen Post, Düsseldorf

• Pressesprecher bei der Bayer AG, Leverkusen

• Freier Journalist und Kommunikationsberater Buchautor

 

Privates:
Glücklicher Vater von zwei erwachsenen Töchtern und stolzer Großvater von Lennart Fiete

Fangen wir mit deinem ‚Inner Circle‘ an…

Zu dem gehört an erster Stelle und unabdingbar Angelika, mit der ich nun schon seit über 30 Jahren durchs Leben gehe. Ich habe zwei erwachsene Töchter, Katharina und Johanna. Und – the show must go on! – ich bin seit wenigen Monaten stolzer Großvater von Lennart Fiete.


Du bist ja sicher nicht als Krimiautor zur Welt gekommen …

Jetzt hätte ich fast gesagt „Irrtum, hohes Gericht!“. Aber wirklich: Sobald ich das mit den Buchstaben raushatte, habe ich geschrieben. Als erstes war meine Grundschullehrerin von meinen Aufsätzen angetan, und ich durfte sie ins Klassen-Aufsatz-Heft eintragen. Eine wenig erquickliche Ehre: Machte ich beim Niederschreiben einen Fehler, kaufte Mutter ein neues Schulheft –  und ich durfte ALLE vorhandenen Aufsätze erneut abschreiben. Wenn ich so nachdenke, wundert es mich schon, dass es mich nach der Schule weiterhin zum Schreiben gezogen hat.

Ich habe weitergeschrieben wie Forrest Gump. Zunächst bei einer großen rheinischen Tageszeitung, später als PR-Spezialist bei einem großen deutschen Konzern mit Sitz in Leverkusen. Übrigens: Deren Schmerzmittel Aspirin ist wohl das gebräuchlichste Medikament in der Weltliteratur und im Film.

Später dann – quasi in der Spätphase meines beruflichen Schaffens – war ich freiberuflich als Journalist und Kommunikationsberater unterwegs. Ein wenig janusköpfig vielleicht, aber ich war nun mal auf beiden Seiten des Schreibtisches zuhause.


Und dann das Saulus-Paulus-Erlebnis, die Erweckung zum Buchautor?

Nein, mir ist niemand im Traum erschienen,  um mir ins Ohr zu flüstern: Du bist Gerhard Johannes Dreßen – das ist mein Taufname, meine Freunde nennen mich Gerd – und du wirst jetzt ein neues Genre kreieren. Du wirst zum Bestsellerautor werden und steinreich, damit du dir endlich die Oldtimer kaufen kannst, von denen du schon so lange träumst…

Und doch, es gab diesen Moment, an dem ich wusste: Jetzt ist es soweit! Da ist die Story, auf die du schon so lange gewartet hast. Es war im Büro meines Freundes Norbert Schroeder. Er gehört zu den renommiertesten Classic Cars-Gutachtern unter der Sonne. Seine Gutachten haben Bestand von den Gerichten und bei den Versicherungskonzernen dieser Welt. Er hatte sich gerade über einen solchen Versicherer geärgert, weil da offensichtlich irgendein Schmuh mit einem Oldtimer-Porsche laufen sollte. Er erzählte mir den Fall. Um es kurz zu machen: Da war sie, die Story, auf die ich gewartet hatte!

Übrigens: Kurz, nachdem dieser Krimi auf den Markt kam, flog in Aachen ein internationaler Porsche-Fälscherring auf. Als ob der liebe Norbert es geahnt hätte … Wie soll ich sagen: Die Fiktion wurde von der Realität überholt. Ähnlich wie seinerzeit bei den Simpsons, die Donald Trump persiflierten. Auch dieser Alptraum wurde Jahre später wahr.


Fuel Fiction: Benzingeschichten oder mehr?

Fiction, das ist alles Erfundene, das literarisch zu Papier gebracht wird. Da gibt es diverse Genres wie z.B. Science Fiction. Bei meinen Stories geht`s nun mal um Benzin, also Fuel. Und sie sind erfunden, auch wenn im Kern immer ein Funke Wahrheit steckt. Das fordert meine Journalisten-Seele schlichtweg von mir.

Und nun Ehre, wem Ehre gebührt: Ein Hamburger Freund, der wie ich Zeit seines Lebens mit Schreiben als Kernkompetenz seinen Lebensunterhalt bestritten hat, hatte die ersten Manuskriptseiten gelesen und gemeint: Dafür gibt es einen Markt. Du etablierst eine neue Gattung. Nenne sie Fuel Fiction. Gesagt, getan. Der Begriff ist griffig, eine Alliteration und funktioniert weltweit. Wirklich gute Nummer von dir, Martin!

Zurück zur Eingangsfrage: Benzingeschichten, das hat was von gesponnenem Jägerlatein. Die einzige Parallele zu Fuel fiction: Es wird geschossen.


Wieviel Realität steckt im Oldtimer Krimi GLUTROT?

Der Roman ist eine Mischung aus Fakten und Fiction. Also: Es gab einen ausgebrannten Porsche, es gab ein Kaufangebot aus dem Ausland und das ganze Versicherungstheater. Der Rest ist Fiktion. Leider auch Sally Morgan. Ich kenne viele, die sie gerne kennenlernen würden. Das geht bislang nur im Buch – und sicherlich irgendwann als Hörbuch.

Einige der beschriebenen Orte gibt es wirklich. Da wäre als erstes die Autowerkstatt im rheinischen Anstel am Mühlenweg. Ein Refugium für Oldtimerfreunde, wo wir uns regelmäßig abends auf ein Kölsch treffen. Aber auch das Versteck in den Bergen bei Cefalú auf Sizilien gibt es – inklusive der holprigen Anfahrt. Mit meiner Familie habe ich dort vor einigen Jahren Urlaub gemacht und am Roman geschrieben.

Ja, und dann gibt es Freunde im realen Leben, die mich zu mancher Figur inspirierten. Wer mich und mein soziales Umfeld kennt, findet schnell heraus, wer wer im Krimi ist …


Das Erstlingswerk – eine schwere Geburt?

Eigentlich nicht, zumindest, wenn wir von der reinen Schreibarbeit reden. Auf mein handwerkliches Können konnte ich mich da schon verlassen. Respekt hatte ich vor der Textfülle. Mal eine Zeitungsseite mit lesenswertem Inhalt füllen? Kein Problem. Aber ein mehrere hundert Seiten starkes Buch? Schnell hatte ich kapiert, dass es nicht ohne Planung ging. Ein Roman will geplant sein, der Plott entwickelt. Und dieses Plotten, also das Entwerfen einer tragfähigen und spannenden Geschichte dauert Wochen. Ich verstehe nicht, wie Leute in einem Jahr gleich drei oder noch mehr Romane schreiben. Stand heute bin ich davon überzeugt, dass da irgendetwas auf der Strecke bleibt …

So ein Roman besteht in weiten Teilen aus Dialogen. Davor hatte ich Respekt. Klar, ich hatte in meinem Leben Interviews ohne Ende geschrieben. Aber Dialoge, die tragen und wie aus dem Leben gegriffen wirken? Wie soll ich sagen: Es scheint funktioniert zu haben, wenn ich meinen Leserinnen und Lesern Glauben schenken darf. Dass Dialoge ein ganz besonderer Stoff sind, erzählt mir mein Übersetzer jeden Tag, der das Buch ins Englische transferiert. Unsere gemeinsame Überzeugung: die brauchen Zeit. Beim Schreiben wie beim Übersetzen.


Zum Schluss die klassische Frage nach dem Lieblingsbuch …

Das EINE gibt es nicht, aber viele, die ich gerne gelesen habe in meinem Leben. Gerade erst ‚Der Gesang der Flusskrebse‘ von Delia Owens. Ein klasse Buch, das ich jedem ans Herz legen kann, der ruhig und gut erzählte Geschichten mag. Tolle Sprache und phantastische deutsche Übersetzung. Herrlich!

Auch wenn ich eigentlich kein Krimileser bin, die Bücher von Henning Mankell und sein Kommissar Wallander haben mich immer fasziniert. Und dann die Eifel-Krimis von Jacques Berndorf. Leichte Kost und dabei extrem unterhaltsam.

Vielleicht gab es doch als Kind ein Lieblingsbuch. Jedenfalls träume ich manchmal noch heute davon. Es war ein Kinderbuch, in dem ein Junge und ein Füllfederhalter eine tragende Rolle spielten …


Eine Frage muss noch sein: Dein Auto?

Ein alter BMW 728i aus dem vergangenen Jahrtausend. Er wird gehegt und gepflegt. Fachleute sagen, es sei der beste, weil am ruhigsten laufende Sechszylinder, der je gebaut wurde. Er hat über ein Viertelmillion Kilometer auf der Uhr und ist aus ökonomischen wie ökologischen Gründen auf Autogas umgerüstet.

Der macht uns allen Spaß. Mir jeden Tag beim Gleiten auf der Straße, meinen Werkstatt-Jungs, weil sie finden, dass es der Umwelt nutzt, ein Auto möglichst lange zu fahren. Denn es verbraucht die meiste Energie, wenn es auf dem Produktionsband steht. Und meine Frau hat Freude daran, denn es ist unser erstes Auto, in dem sie schlafen kann, wenn wir ‚on the road‘ sind.